Immer wenn man mich in den letzten Jahren gefragt hat, was ich denn unbedingt mal live sehen wolle, antwortete ich mit: “Nine Inch Nails wären sicher ein absolutes Erlebnis”. Zu dieser Annahme kam ich, weil die zuvor gehörte Musik, gesehene Konzertmitschnitte dieser Band und gelesene Interviews mit dem Frontman Trent Reznor einen unvergesslichen Liveauftritt erahnen ließen. Am letzten Samstag ergab sich nun tatsächlich die Möglichkeit einem solchen beizuwohnen. Dann passierte folgendes, eine wirklich seltsame Vorband namens The Popos (aber wen interessierten schon die Trailer vor Sin City) und im Anschluss der wahrhaftige Trent mit seinen Mitstreitern und einer Mixtour aus neuen Songs vom kommenden Album sowie alten Krachern mit finaler Steigerung. NIN haben wirklich gerockt und ihre Songs perfekt dargeboten. Vielleicht war das auch schon das erste Problem, warum es vielleicht nicht zum unvergesslichen Erlebnis kam, sondern eher zu: “NIN war ich auch mal, war ziemlich ok.” Alles war irgendwie zu perfekt oder gemeiner ausgedrückt zu routiniert. Das zweite Problem ergab sich aus der bereits beschriebenen Erwartungshaltung meinerseits. Vielleicht hätte Trent Reznor an diesem Abend durch den Konzertsaal fliegen und sich beim entkleiden in ein Einhorn verwandeln müssen, um mir gerecht zu werden. Deshalb als erste Momentaufnahme so etwas wie Enttäuschung, aber mit gewissem Abstand auch die Einsicht, eigentlich ein wirklich gutes Konzert gesehen zu haben und der zusätzlichen Gewissheit, dass Trent Reznor eben auch nur ein Mensch ist.
P.S.
Ihr seid dran